MIGRATION HEUTE

 

Migration Total Global - Weltweite Wanderungsbewegungen



Neue Herausforderungen im Zeitalter der Globalisierung
Sieben Lernstationen mit umfangreichem Begleitmaterial

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Reisen à la cubana

Dieses Theaterstück ist der zweite Teil der Trilogie eines kubanisch - deutschen Kulturaustausches. Nach der erfolgreichen ersten Produktion CHÉ (2000), die bundesweit gezeigt wurde, geht es auch hier um eine sehr kubanische Ausgangssituation, die zunehmend globalere Tragweite erlangt. Thematisierte das Theatersolo „CHÉ“ die Auseinandersetzung mit einem Helden-Mythos, so steht bei „Reisen à la cubana“ der Moment der Flucht und das „Wohin?“ zur Disposition.

Der kubanische Zahnarzt Dr. Stalin Martinez beschließt, auf dem Schlauch eines LKW-Reifens über das Meer nach Miami zu flüchten. Die Flucht vor der Unerträglichkeit seines Alltags wird zur Reise zu sich selbst. Dieses „Abenteuer“ wird zu einem bedeutenden Wendepunkt seines Lebens führen. Seit 1980 machen sich Hunderte Kubaner – die sog. „Balseros“ - auf diese gefährliche Reise. Die Zahl ist unbekannt, ebenso die Zahl derer, die bei diesem Versuch ertrunken oder anderweitig ums Leben gekommen sind.

Kubaner in Miami und Kubaner in Havanna machen diese wachsende Tragödie zum Politikum. Die einzelnen Schicksale werden dabei immer unwichtiger, bedeutungsloser.

Mit diesem Theaterprojekt erhoffen sich Eddy Socorro und Olaf Reitz eine andere Position in dieser Konfrontation zu finden. Ihr Protagonist Dr. Stalin Martinez darf hier die Rolle des reinen Opfers verlassen, erfährt das erste Mal in seinem Leben „Freiheit“ und muss diese ertragen. Und genau das fordert von ihm eine Entscheidung. Eine individuelle Entscheidung, die zwangsläufig auf seine Wurzeln, auf den alten Mythos der karibischen Inselbewoh-ner zurückgreift: Er ist ein Kind des Wassers. Er wird immer weiter leben.

 
Ein starkes Stück Deutschland – Migration seit 1945

Die kommentierte Fotoausstellung zeigt Lebensbedingungen von Ausländern in Deutschland mit beein-druckendem historischen und aktuellen Fotomaterial. An Themen wie Wohnen, Arbeit, Schule, Ausbildung und Alter wird ein Stück der weitgehend unsichtbaren Sozialgeschichte unseres Landes bebildert und sichtbar.

 
 Rassismus - Nein!

Die Karikaturenausstellung „Rassismus – Nein!“ zeigt eine Auswahl von 102 Zeichnungen und Karikaturen aus 416 Einsendungen aus 38 Ländern. Alle zusammen zeichnen sie verschiedene For-en und Aspekte des Rassismus aus der Perspek-tive von Betroffenen und regen damit zur Diskussion an.

 
 Der Schleier im Islam

Nach vielfältigen Erfahrungen in Schulen über Islam und Islamismus zu sprechen, hat sich für Sabine Kebir herauskristallisiert, dass der Anknüpfungspunkt für eine Darstellung dessen, was den Islam und den Islamismus voneinander trennt, immer wieder das Kapitel die „Rückkehr des Schleiers“ aus ihrem Buch „Zwischen Traum und Alptraum – Algerische Erfahrungen“, ECON 1999 ist. Hier werden prinzipielle Fragen an die religiösen Grundsätze des Islam ebenso thematisiert wie die Vielfältigkeit der Kulturen, die so leicht unter dem Islam zusammengefasst werden. Die Probleme des Islamismus werden deutlich gemacht, jedoch ist es Sabine Kebir ein Anliegen, dass die Zuhörenden begreifen, dass die meisten Muslime keine gefährlichen Islamisten sind und dass es einen Gewinn darstellt, sich mit der Kultur und Geschichte des Islam zu befassen. Sie führt das Publikum auf die Fährte der aufklärerischen islamischen Traditionen und schlägt Brücken zu heutigen demokratischen Bewegungen innerhalb des Islam.

Eine Veranstaltung mit Sabine Kebir sollte zwei Unterrichtsstunden umfassen und beinhaltet neben der Lesung aus dem Buch eine volle Stunde Diskussion.

 
 Barfuss – Nackt – Herz in der Hand

Der iranische Schauspieler Mohammd-Ali Behboudi entblättert die wunde Seele des heimatlos, entwurzelten türkischen Gastarbeiters Ali. Ali erzählt von der verein-samten alten deutschen Frau, die tagtäglich am Fenster stehend Autos und Menschen zählt. Von seinem persischen Kollegen, der Suppe noch besser kochen kann, als seine Frau. Von seinem Kollegen Gottfried ... und dann zieht er vorsichtig ein Taschentuchbündel aus seinem Jacket, faltet es auseinander und geht damit von Tisch zu Tisch: „Das ist Bülent, die Asche von Bülent, ganz schwarz, stinkt.“ So entfaltet Ali sein soziales Umfeld und die Zuschauenden werden Teilnehmer an seiner Weltsicht. Sie lernen einen Mitmenschen kennen gebrochen durch seine Entwurzelung und teilnehmend wie ein liebenswerter Nachbar.

 
 Dr. Andreas Klink

Dr. Andreas Klink, Dipl. Psychologe, bietet Workshops an, die reflektieren, wie ein miteinander leben von Menschen unterschiedlichster Herkunft gelingen kann. Wie geht es uns, wenn wir nicht mehr Teil der Mehrheit sind, sondern mit unserer Meinung eine Minderheit darstellen? Wie ergeht es jemandem, der seine Wurzeln verpflanzen muss, weil ein Überleben in der Heimat nicht möglich ist? Die verschiedenen Übungen des Workshops thematisieren unter anderem diese Fragestellungen und gehen weiterhin auf die Themen Identität, Integration, Assimilation, Fluchtursachen und Vorurteile ein. Ein Workshop bietet sich zur Vertiefung der einzelnen Angebote und als Einzelveranstaltung an.

Dr. Andreas Klink ist promovierter Sozialpsychologe mit den Forschungsschwerpunkten Entstehung und Abbau von Vorurteilen, Diskriminierung von Minderheiten und ist in der Erwachsenenbildung mit dem Schwerpunkt interkultureller Bildung tätig.