KINDER, FRAUEN, MENSCHEN - LEBEN WELTWEIT

 
Zwischen Hoffnung und Bedrohung liegt die Lebenswirklichkeit von Kindern weltweit. Lebensbedingungen und Perspektiven von Kindern, Jugendlichen, Frauen und indigenen Völkern werden mit Bildern und Worten vorgestellt.
 
Lutz van Dijk - Die Geschichte Afrikas
Illustrationen von Dennis Doe Tamakloe - Erscheinungstermin: 22. März 2004
Krieg, wirtschaftlicher Niedergang, Korruption oder romantische Verklärung des Exotischen – der europäische Blick auf den afrikanischen Kontinent ist oft durch Klischees getrübt. Lutz van Dijk schreibt die bunte und vielfältige Geschichte Afrikas jenseits von Stereotypen.

Im Mittelpunkt des Buches stehen die Menschen Afrikas: der Häuptling Shaka Zulu, die Sängerin »Mama Afrika«, die ehemalige Kindersoldatin China Keitetsi, Nelson Mandela und viele mehr, die Leid und Hoffnung Afrikas verkörpern. Der Autor erweckt die afrikanische Geschichte durch die Stimmen ihrer Menschen zum Leben und ebnet damit den Weg für ein neues Verständnis von Afrika und seiner Geschichte – jenseits eurozentristischer Klischees und Vorurteile.

Township Blues, Lutz van Dijk

Für das Buch „Township Blues“ erhielt Lutz van Dijk im Jahr 2001 den Gustav-Heinemann Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher. Der Autor arbeitete einige Jahre in Amsterdam im Anne Frank Haus und lebt nun als freier Schriftsteller in Südafrika. Für Township Blues hat Lutz van Dijk umfangreiche Recherchen in Südafrika durchgeführt. Mit besonderem Feingefühl hält er die Balance zwischen Sachlichkeit, emotionaler Betroffenheit und der realistischen Darstellung des Lebens im entfernten Südafrika. Er erzählt die Geschichte von Thinasonke, ihrem Lebensumfeld im Township Guguletu, ihrer Vergewaltigung und ihrer großen Angst, auf Grund dessen HIV infiziert sein zu können. Er erzählt auch Geschichten von Freundschaft und Zuneigung, die Kraft geben, ohne Gewalt das Trauma der Vergewaltigung und deren Folgen bearbeiteten zu können. Lutz van Dijk ist auch in Südafrika mit diesem Buch auf Lesereise.

Dokumentation

 
 
Andreas Peckelsen - Kürbiskind
Theaterprojekt Duisburg
Andreas Peckelsen hat eine Reise nach Tansania gemacht und seine Erfahrungen Kenntnisse und Begegnun-gen in diesem Theaterstück zusammenfließen lassen. Mit dem „Kürbiskind“ öffnet er für die jungen Zuschauer seine Schatzkiste mit Erlebnissen.

„Da verweben sich historische, dokumentarische und mär-chenhafte Ebenen. Peckelsen erscheint auf der Bühne als David Livingston, als König, der die Gunst des Kürbis-kindes erwirbt, als Sklaven-händler, als Fototourist,.... Er schlüpft in die Rollen von Männern, Frauen und Kindern, die auf der Reise zu Freunden wurden und ist plötzliche wieder er selbst, wenn er zur nächsten Szene überleitet. Sein Tansania entsteht in den Augen und Ohren der Zuschauer auch über die zahlreichen Requisiten – Dias, afrikanische Stimmen, Instrumente, Lieder und Puppen - ... die Kinder haben keine Schwierigkeiten mit der Vielfalt , dem Einfallsreichtum und den Dimensionen des Stückes. Sie wissen genau, welche der dargestellten Personen der Vergangenheit, der Gegenwart oder dem Märchen angehören. ... Sie brauchen keine lineare Handlung, um zu verstehen, dass ihnen ein Schauspieler ein fremdes Land wie in einem Kaleidoskop entfaltet, um zu erfahren, dass sie vieles mit dem Kürbiskind gemein haben.“
Ingo Hooge, Lehrer an der Gesamtschule Saerbeck

Titelheld des Stückes „Kürbiskind“ ist ein Kind, das wie ein Kürbis aussieht und von
allen abgelehnt wird, von beinahe allen. Aber weil eben doch jemand zu dem
Kind hält, kann es am Ende noch glücklich werden, ein Märchen, das sich im Alltag von Deutschland u. Tansania manchmal wiederholt.

Nach dem Stück gibt es oft viele Fragen. Andreas Peckel-sen bietet einen dreistündigen Workshop an. Dort werden Themen des Stückes vertieft, schauspielerisch erarbeitet u. dabei erweitert.

Kürbiskind eignet sich für den 4. bis 6. Jahrgang

 
 
Jane Thomé
Schauspielerin & Theaterpädagogin aus Brasilien
Jane Thomé ist eine schwarze Schauspielerin aus Rio de Janeiro. Als Kind einer Arbeiterfamilie wuchs sie in einer armen Vorstadt der Baixada Fluminense auf. Während der Militärdiktatur trat sie in politischen Theater-stücken eines oppositionellen Ensembles auf. Im Bereich Kindertheater wurde sie 1986 als „Beste Schauspielerin in Rio“ ausgezeichnet. Mit ihren eigenen Stücken „AXÉ – Frau sein in Brasilien“ und „Saudade – Nossas Criancas – Unsere Kinder“ war sie mehrfach in Deutschland auf Tournee bevor sie sich vor zwei Jahren in Köln niedergelassen hat.

Neben ihrer schauspielerischen Tätigkeit, arbeitete Jane Thomé als Theaterpädagogin. In den Favelas von Rio de Janeiros unterstützte sie Kinder bei der Ausbildung ihrer schauspielerischen und tänzerischen Ausdrucksmöglichkeiten. Ihre brasilianischen Erfahrungen hat Jane Thomé schon mehrfach in Musik-, Tanz-, in Theaterworkshops an Kinder, Jugendliche und Erwachsene in deutschen Schulen und Volkshochschulen vermittelt.

Je nach Wunsch kann im Rahmen eines Workshops an der Erweiterung des Ausdrucksrepertoires, an kleinen Szenen oder der Umsetzung eines Theater-stückes gearbeitet werden. Der Umfang eines Workshops wird auf die inhaltlichen Absprachen und den Möglichkeiten an Ihrer Schule abgestimmt. Ein Workshop mit Jane Thomé kann ergebnisorientierter Teil einer Projektwoche oder Übungs-workshop im Rahmen eines Projekttages sein. Die regelmäßige Arbeit mit einer Gruppe ist im nahen Umkreis ihres Wohnortes Köln möglich.

“Alma Brasiliera”
Theater und brasilianischer Rhythmus

Jane Thomé geht es immer um eine unmittelbare Begegnung der Teilnehmer/-innen mit der brasilianischen Kultur. So beginnen die Workshops mit Erzählungen aus dem Alltag von armen und reichen Menschen in Brasilien und ihre eigenen Erfahrungen in der deutschen Öffentlichkeit. Mit theatralischen Mitteln lässt sie ein verdichtetes Bild des brasilianischen Alltags im Kontrast zum deutschen entstehen.

Nach dieser intensiven Einstimmung auf das Thema beginnen die Übungen und Aktivitäten mit brasilianischer und afrikanischer Musik. Mit modernem und traditionellem Samba und mit Musik aus verschiedenen brasilianischen Regionen werden Körperübungen und Tanz-Choreografien ausprobiert. Wichtig ist Jane Thomé nicht das technische Kennenlernen des brasilianischen Tanzes. Vielmehr kommt es ihr darauf an mit der brasilianischen Musik den Weg zu einem individuellen Rhythmus zu ebnen.

Videobeispiel 1 [Modem/ISDN] Videobeispiel 1 [Breitband]
Videobeispiel 2 [Modem/ISDN] Videobeispiel 2 [Breitband]
Die Zukunft sind wir!
Lebensbedingungen und Perspektiven von Kindern in dieser Welt
Eine Wanderausstellung

„In jeder Gesellschaft existiert die Hoffnung und Erwartung, dass ihre Kinder zu fähigen und verantwortlichen Bürgerinnen und Bürgern heran­wachsen, die eine lebenswerte Zukunft gestalten können. Dennoch werden überall in der Welt Kindern gerade die Rechte verweigert, die sie zum freien Leben, zu einer uneingeschränkten Entwick-lung und aktiven Teilhabe an der Gemeinschaft benötigen.

Obwohl bis 1995 bereits 184 Länder die UN-Konvention über die Rechte des Kindes unterzeichnet haben, gibt es sowohl in den Entwicklungs-, als auch in den Industrieländern zum Teil massive Behinderungen dieser Entwicklung.

Millionen von Kindern müssen, wenn sie überhaupt die Möglichkeit zum Schulbesuch haben, die Schule ohne einen qualifizierten Abschluß verlassen. Besonders betroffen sind Mädchen, Kinder mit Behinderungen oder Kinder ethnischer bzw. sprachlicher Minderheiten.

Viele von ihnen müssen unter ausbeuterischen und gesundheitsgefährdenden Bedingungen arbeiten. Viele sind tagtäglich mit Gewalt, Drogen oder sexueller Ausbeutung konfrontiert.

Dem Recht auf angemessene Entwicklung für Kinder steht oft das Fehlen von sauberem Wasser, ausrei­chender Ernährung oder medizinischer Versorgung gegenüber. Besonders Kinder sind Leidtragende der Auswirkungen von Kriegen und Umweltverschmutzung.

Welches sind die gravierendsten Probleme? Wie können Kinder, deren Bedürfnisse und Rechte missachtet werden, zu verantwortungsvollen Erwachsenen heranreifen? Welche Verantwortung haben die Erwachsenen und welche Hoffnung können sie der Generation geben, in deren Händen ihre Zukunft liegt?“

So lautete der Ausschreibungstext (in Auszügen) und die Antworten der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler aus den verschiedenen Ländern dieser Welt waren überraschend einstimmig in ihren Urteilen. Sie präsentierten Themen wie Kinderarbeit, die virtuelle Computerwelt, die Situation von Scheidungskindern, die Umweltverschmutzung und deren Auswirkungen auf Kinder, die Arbeitslosigkeit und den sexuellen Missbrauch. Diese bedroh-liche Realität ist den KarikaturistInnen überall auf der Welt geläufig, sei es in Argentinien oder Zypern. Zu dem Wettbewerb gab es 568 Einsendungen aus 53 Ländern, von denen eine Auswahl von ca. 100 Zeichnungen in dem Katalog und der daraus entstandenen gleichnamigen Wanderausstellung gezeigt werden.

Aber gerade der Humor der KarikaturistInnen schafft es, Augen zwinkernd, sich immer wieder auch einzumischen und eindeutige Positionen zugunsten von Kindern zu beziehen. Die Zeichnungen und Karikaturen stellen den Alltag der Kinder in den verschiedenen Winkeln der Erde so eindringlich vor, dass kein Erwachsener, der die Ausstellung verlässt, nicht vom Sprengstoff der Darstellungen bewegt ist.

Die Ausstellung wird in diesem Jahr(2004) um einen Katalog mit Fachbeiträgen, die einige Themen der Ausstellung aufgreifen ergänzt.

 
Frauenwelten
Die EXILE Kulturkoordination hat im Jahr 2002 international einen Karikaturenwettbewerb ausgeschrieben.

An diesem Wettbewerb haben sich 375 Künstlerinnen und Künstler aus 70 Ländern beteiligt. Die von einer Jury prämierten 110 interessan-testen Zeichnungen wurden für die Ausstellung ausge-wählt. Mit spitzer Feder und feiner Ironie bietet die Ausstellung einen Einblick in unterschiedlichste und doch so gleiche Frauenwelten auf der ganzen Welt. – Der Katalog zur Ausstellung ist für 10,- € erhältlich.

 
Der lange Weg vom Schmerz zur Hoffnung

In der Ausstellung „Der lange Weg vom Schmerz zur Hoffnung“ wird die Geschichte der indigenen Bevölkerung von Chiapas mit eindrucksvollen Fotos vorgestellt. Es sind Momentaufnahmen aus verschiedenen histori-schen Situationen, insbesondere aus der Zeit des Aufstandes der Zapatisten. „Die Absicht dieser Ausstellung ist es, einen Blick hinter die Spektakulariät der Bilder von aufständischen Maskierten zu lenken, kleine Einblicke in den Lebensalltag jener zu gewähren, für deren Recht auf Würde einige von ihnen sich, zu gegebenem Anlass, die Maske über das Gesicht ziehen.“

Referentin:
Frau Beate Zimmermann hat an der Konzeption und Realisierung der Ausstellung mitgearbeitet. Sie unterstützt seit vielen Jahren vor Ort den Aufbau der autonomen Gesundheitsversorgung in Chipas mit der Ausbildung von Gesundheitspromotoren. Mit aktuellen Berichten und Informationen kann Sie die Eindrücke, die die Ausstellung bietet, ergänzen.

 
IXOC

Das Stück „IXOC - Frau“ von Teatro Vivo/Guatemala bietet Einblicke in das Leben einer guatemaltekischen Frau auf der Flucht vor Militärs und auf der Suche nach einer sicheren Bleibe für sich und ihr Kind. Es bietet Ansatzpunkte, vertiefende Blicke auf gesellschaftliche Strukturen zu werfen, Lebenssituationen von Frauen in den Blick zu nehmen und diese anlässlich eines Theaterbesuches oder Workshops mit der Schauspielerin/Autorin genauer zu betrachten.